Hallo Cash,
also, ich studiere in Gießen, bin bzw. war dort auch Mentorin für die Einführungswoche der Erstsemester, und wurde das immer wieder gefragt. Die Antwort darauf sagt eigentlich gar nichts, denn es liegt an dir.
In Gießen hast du im ersten Semester (und in jedem anderen Semester auch) 5 Module. Jedes Modul hat 4 Kontaktstunden (das sind sozusagen Anwesenheitsstunden), das heißt, wenn du immer da bist, bist du schon mal 20 Stunden an der Uni. Für jedes Modul gilt die offizielle Regel: 4 Stunden Vorbereitung, 4 Stunden Nachbereitung. Wenn du jetzt rechnest, kommst du auf 60 Stunden die Woche...
Meiner Erfahrung nach läuft das natürlich so nicht. Erstens ist man schließlich am STUDIEREN, und zweitens hat man ja am Ende vom Semester noch genug Zeit zum Lernen, nicht wahr

Meiner Erstsemester haben sich meistens auf 3 Module "konzentriert", das heißt, für diese haben sie sich wirklich den A**** aufgerissen. Z.B. Chemie Praktikum (muss man auch noch Protokolle nachbereiten, den Stoff vorbereiten...), oder Mathe/Statistik (da gibts jede Woche Übungsblätter, die gemacht werden müssen), dann oft noch sowas wie VWL (weil es sonst einfach nicht zu kapieren ist).
Am Ende vom Semester (also in der letzten Vorlesungswoche) finden in Gießen dann die Klausuren statt. In den ersten beiden Semestern kannst du noch 2 der 5 Klausuren aufs Ende der Semsterferien verlegen, später geht das nicht mehr. Und auf alle Klausuren muss man lernen. Wie lange du dafür brauchst, hängt von deinen Lernmethoden, deiner Auffassungsgabe,dem Lernstoff und vielen anderen Dingen ab. Manche lernen 2 Tage und schreiben eine 2, manche lernen 3 Wochen und fallen durch.
Ich will dir damit nur sagen, dass du dir jetzt keine Panik machen sollst, dass dein Leben schlimmer wird. Zeit für Freunde etc. hat man oft in der Mittagspause, in der Cafete, beim Vorlesung schwänzen (mal ehrlich, wer geht da immer hin), und Zeit, mal für eine Stunde ins Schwimmbad oder so zu fahren, blieb bei mir auch immer. Gearbeitet habe ich auch - nur eben nicht 30 Stunden die Woche, sondern nur 15. Und die Freunde wohnen ja dann auch nicht weiß Gott wo, sondern in der Nähe. Und wenn man wirklich viel zu tun hat, muss man ja auch nicht jeden Abend feiern gehen (geht auch ins Geld), sondern kann das auf 3 Tage die Woche beschränken (und sonst auch mal was für die Uni lesen). Es ist auf jeden Fall möglich, erfolgreich zu studieren, und trotzdem das Leben nicht zu kurz kommen zu lassen.
Und noch ein Tipp zum Schluss:
Mach dir nicht von Anfang an zu viel Stress und Gedanken um gute Noten - grade der Anfang ist für alle schwer, und in den Anfängermodulen haben sehr viele schlechte Noten. Später bei deinen Wahlfächern kannst du noch tolle Noten sammeln. Außerdem bedeuten schlechte Noten am Anfang nicht, dass man dumm ist oder zu wenig gelernt hat, sondern oft nur, dass die Klausur sehr, sehr, sehr schwer war.
Lieben Gruß
Steffi