Forum für alles, für das es kein eigenes Forum gibt. Bitte hier nur sinnvolle Diskussionen, die im weitesten Sinne etwas mit Ökotrophologie zu tun haben.
Wenn du dich kostenlosregistrierst kannst du neue Themen verfassen, an Umfragen teilnehmen und vieles mehr. Falls Du bei der Registrierung oder Anmeldung Probleme hast, dann kontaktiere uns.
Es funktionieren manche Forschungen (noch) nicht, ohne tierisches Gewebe- in welcher Art auch immer- zu nutzen. Es wäre doch sinnvoll, darüber zu wissen, um dann nach Alternativen zu suchen. Um aber eine Alternative zu finden, muss man auch über das momentan Bestehende Bescheid wissen. Ein Beispiel: die Textur von Fleisch, um ähnliche Sojaprodukte herstellen n zu können. Oder Versuche an Zellkulturen - wie will man da eine Alternative finden?
Oder was macht ein veganlebender Ernährungsberater, wenn er jemanden in seiner Sprechstunde hat, der nicht-vegan lebt? Rauswerfen? Kann er sich das überhaupt leisten/erlauben? Ist das nicht unfair gegenüber dem anderen, der Hilfe und Beratung sucht?
Fragen über Fragen, über die man sich schon im Vorfeld eines ÖT-Studiums Gedanken machen sollte! Alles auf sich zukommen lassen, halte ich für falsch.
Leider wurde hier immer noch nicht sehr viel dazu gesagt, wie es sich denn damit verhält nicht-vegane Sachen im Studium verrichten zu müßen oder welche Alternativen es dazu gibt.
Es sind bei einem Studium immer Praktika vorgesehen. Da muß man sicherlich das ein oder andere Reagenzgläßchen schwingen.
Sind bei verschiedenen praktisch orientieren Übungen Gewebe tierischer Herkunft obligatorisch, oder kann man dem durch Alternativen entgehen?
im letzten Semester wurden bei uns im Chemie-Praktikum nicht-vegane Substanzen (Lactoselösung, Eiklarlösung) verwendet. Ich bin zu Semesterbeginn zu der Dozentin gegangen und habe ihr vorgetragen, daß ich vegan lebe und diese Substanzen nicht benutzen möchte, was für sie kein grundsätzliches Problem darstellte. Wir haben zusammen durchgesprochen, welche Alternativen es gibt, und so konnte ich Versuche zum Aminosäure- und Proteinnachweis sowie zur Proteindenaturierung anstelle von Eiklarlösung mit Sojamilch durchführen, da zu erwarten war, daß diese im Versuch ähnliche Eigenschaften zeigt wie Eiklarlösung, was dann auch der Fall war. Die Dozentin fand das ganz interessant und hat keine Probleme gemacht. Bei Versuchen, zu denen es keine direkte Alternative gab bzw. wo es kompliziert gewesen wäre, sie umzusetzen, mußte ich nicht mitmachen, sondern nur zuschauen. Ich habe das Praktikum problemlos bestanden und auch keine geringere Punktzahl bekommen als andere Leute.
Im Physik-Praktikum gab es im letzten Semester auch einige unvegane Versuche. Hier war der Dozent nicht so verständnisvoll, aber es handelte sich zum Glück um kein Pflicht-Praktikum, so daß ich an einigen Terminen dann nicht teilgenommen habe (ideal finde ich das allerdings nicht).
Grundsätzlich denke ich, daß es schon möglich sein wird, nicht-vegane Versuche etc. zu umgehen, wenn mensch vorher das Gespräch mit dem Dozenten bzw. der Dozentin sucht. Wenn später Lebensmittel untersucht werden, werde ich immer anbieten, mich um vegane Alternativen zu bemühen. Bis jetzt weiß ich von der Untersuchung von Milch und Speiseeis, was wohl beides kein Problem darstellen dürfte.
@Bine:
Ich halte es nicht für notwendig oder besonders erstrebenswert, "fleischähnliche" Sojaprodukte herzustellen - es gibt schon reichlich gute Sojaprodukte auf dem Markt -, deshalb ist es m.E. nicht nötig, die "Textur von Fleisch" zu untersuchen. Eine gesunde und abwechslungsreiche vegane Ernährung ist auch ohne "Fleischersatzprodukte" möglich. Auch ist Soja (und was daraus hergestellt werden kann) ein eigenständiges und vielfältiges Lebensmittel und nicht primär ein "Fleischersatz".
Was meinst Du eigentlich mit Versuchen an Zellkulturen (für welchen Zweck)? Inwiefern kommt sowas im Studium zum Einsatz?
Gedanken machen vor dem Studium halte ich auch für absolut wichtig, aber alles (was evtl. auf eineN zukommen wird) ist leider nicht von Anfang an überschaubar. Ich habe mich zwar vor Studienbeginn bei der Studienberatung informiert (die mir längst nicht alles sagen konnte) und frage auch immer wieder Studierende aus höheren Semestern, aber einiges wird ja von Semester zu Sermester neu gestaltet. Ich hoffe halt sehr, daß es VeganerInnen nicht unmöglich gemacht wird, das OT-Studium auch vegan durchzuziehen. Es gibt eben auch VeganerInnen, die hier und da Kompromisse eingehen, z.B. was das Chemie-Praktikum betrifft, von dem ich oben geschrieben habe, aber nach dem Gespräch mit der Dozentin war es ja überhaupt kein Problem, und so werde ich diesen Weg weiter verfolgen.
Was die Ernährungsberatung und weitere Probleme im Berufsleben betrifft, so würde ich z.B. gar nicht erst in einer derartigen Beratung (z.B. im Krankenhaus) arbeiten wollen, aber ich kenne keine veganen OecotrophologInnen (persönlich) und weiß daher nicht, wie die das handhaben. Sicherlich wäre es nicht in Ordnung, jemanden aus der Berautung rauszuwerfen, andererseits würde ich nie den Konsum von nichtveganem empfehlen.
Oder was macht ein veganlebender Ernährungsberater, wenn er jemanden in seiner Sprechstunde hat, der nicht-vegan lebt? Rauswerfen? Kann er sich das überhaupt leisten/erlauben? Ist das nicht unfair gegenüber dem anderen, der Hilfe und Beratung sucht?
Fragen über Fragen, über die man sich schon im Vorfeld eines ÖT-Studiums Gedanken machen sollte! Alles auf sich zukommen lassen, halte ich für falsch.
Bine
Hi Bine, sicherlich sollte man sich da schon vorher Gedanken machen und ich glaube, dass ich mich im Forum schlau mache zeugt davon, aber wie auch Veganerin schon geschrieben hat, kann man nicht alles absehen. Die Welt verändert sich auch immer und bis man fertig ist, sind vielleicht schon wieder ganz andere Berufsfelder entstanden oder man kreirt selbst welche.
Wenn man jetzt als vegane Ernährungsberaterin eine Beratung führt macht es (schon allein aus dem Grund, das so gut wie alle Veganer den Veganismus verbreiten wollen) gar keinen Sinn jemanden wieder aus der Beratung zu werfen. Man sollte sicherlich auf die Person persönlich eingehen, wie man das sich auch selbst wünschen würde, aber deswegen muss man demjenigen ja nicht zugestehen, dass sein Essverhalten richtig ist und es bestätigen. Das ist ja genau Sinn und Zweck einer Ernährungsberaterin!
@ Veganerin: Danke für die ausführliche Antwort... es ist wie immer. Vor Ort sehen, wie es ist und keine Angst haben etwas Neues in Angriff zu nehmen
Wir hatten im übrigen auch mal'ne Exkursion zu einer Fleischverabrebtingsfabrik gemacht.Wir hätten auch noch aufn Schlachthof fahren können.Aber des hä ich nich überstanden.die fleischfabrik war schon krass genug irgendwie.aber naja man muss eben bescheid wissen,ne
Der Schlachthof war Fahrplan der Ausbildung, aber ohne uns!!! Streik ;-)
Während unserer Ausbildung zur HBL stand das auch an
Schlachthofbesuch, Schlachten und zerlegen eines Schweines,
wir gingen geschlossen nicht hin,
das war einstimmische Teamentscheidung;-)
Sanktion war
Thema Lebensmittelrecht,
die Informationen für die Klausur durften wir uns dann a la Bibliothek besorgen.
Die Klausur fiel gut aus, ;-)
der Lehrkörper hatte dafür Freistunden für Kaffee und Kuchen. ;-)
Das Positive von dem Ganzen war:
- Standpauke, Strafpredikt des Lehrkörper sorgte für verdecktes Schmunzeln,
bis hin zum stark unterdrückten losprustern durch Backenbeißen. ;-)
- Wir wurden von dem traurigen schaurigen Anblick des armen toten
Schweines verschont.
-Teamgeist , Eigeninitiative, Aktivität, Kreativität, der Klasse wurde
gefördert.
-Lehrkörper konnte mal die Seele baumeln lassen.
ich lebe auch vegan und ziehe es in Erwägung Ernährungsberater werden um Veganismus unter die Menschen zu bringen. Es gibt genügend Menschen, die den Ärzten ihr vollstes Vertrauen schenken und nur glauben, was der Arzt ihnen vermittelt. Vor 10 Jahren dachte ja auch niemand daran weniger Fleisch zu essen und inzwischen empfehlen das immer mehr Ärzte.
Veganrevolution
Okay, jetzt bin ich von meiner eigtl. Frage abgekommen.
Dieser Thread ist ja nun etwas veraltet. Wo kann man denn Ökotrophologie oder Trophologie studieren?
In welchen Bundesländern zahlt man keine Studiengebühren?
Kennt ihr Universitäten, die veganerfreundlich sind? Ich möchte auf keinen Fall unvegan studieren d.h. nichts mit Tieren und auch keine tierischen Lebensmittel untersuchen.
Oder wenn ihr nun mit dem Kopf schüttelt und meint, dass das nirgendwo möglich ist - was schlägt ihr mir dann vor?
ich bin stark der Meinung, dass du im Studium lernen wirst, dass die vegane Lebensweise nicht zu empfehlen ist. Ein qualifizierter Ernährungsberater sollte sich auch mit der vegetarischen und konventionellen Lebensweise genau auskennen und diese vor allen Dingen auch respektieren. Es gibt viele ernährungsabhängige Krankheiten, die sich kaum mit einer veganen Ernährung heilen lassen. Gerade aus diesem Grund, solltest du auch z.B. Mayo etc im Studium analysieren können und auch mit diesen LM umgehen können. Als Vegetarier hast du bei dem Studium gute Chancen, allerdings als Veganer sehe ich das sehr skeptisch!!!
Ehrlich gesagt, solltest du deinen Wunsch erst einmal überdenken, denn ich bin mir auch ziemlich sicher, dass du in einer seriösen und qualifizierten Praxis keinen Job bekommen solltest, falls du unbedingt, die in deinen Augen als richtig erkannte Ernährungsform, an die Bevölkerung weitergeben möchtest. Das ist dann keine qualifizierte Ernährungsberatung!
Auf der Hauptseite dieses Oecotrophologie-Forums gibt es eine Rubrik, ich weiß aus dem Gedächntis nicht wie sie heißt, aber es sind Städte aufgezählt, die die Studiengänge Tropho-und Oecotrophologie anbieten.
Darunter zB: Kiel, Potsdam, Bonn, Gießen, Wien ....
Ich glaube man zahlt derzeit in Sachsen keine Studiengebühren.
Dann eine Frage an dich, du willst Ernährunsgberater werden, wie wäre es mit einer Ausbildung zum Diätassistenten bzw. Fernkurs/studium zum Ernährungsberater.
Im Studium, so meine Einschätzung, wirst du nirgendwo drum herumkommen auch Lebensmittel nicht-pflanzlicher Herkunft zu analysieren. Das sieht nunmal ein umfassendes Studium vor, die Gesamtheit unserer Lebensmittel abzudecken, unabhängig von der eigenen subjektiven Emfpindung, ob dies moralisch, ökologisch, ökonomisch oder religiös gerechtfertigt ist.
In diesem Fall muss ich Nico recht geben. Ein qualifizierter Ernährungswissenschaftler/Ernährungsberater muss Kenntnis über das gesamte Spektrum an Ernährungsgewohnheiten besitzen , ob nun vegetarisch, vegan oder überwiegend karnivor
Ich sehe auch kein wirkliches Interesse von dir an der Ernährung, wenn du dieses Thema ausklammern willst, eher kleine fundamentalistische Tendenzen.
Trotzdessen will ich dich nicht entmutigen, wie oben erwähnt, gibt es andere Alternativen zu einem Studium. Doch auch in diesen musst du dich mit den Ernährungsgewohnheiten der nicht vegan lebenden Menschen befassen.
Also es ist so: Ich hatte an meiner schule ja auch schon 5 Jahre Hauswirtschaft. Ich habe mir die Sachen mit den tierischen Produkten zwar angehört, welche Nährstoffe sie enthalten usw. Beim Kochen bin ich dann immer ausgewichen.
Ich habe Videos vom Ökotrophologiestudium gesehen, in denen die Studenten beispielsweise Colafläschchen essen und die Inhaltsstoffe herausschmecken sollen. Die sind ja nicht vegan und da frage ich mich, ob man da nicht einfach Alternativen anbieten kann. Ich lerne lieber auf theoretische Weise alles über tierische Lebensmittel als auf praktischer.
Ich denke ich sollte dann wohl oder übel Kompromisse eingehen, denn mein Interesse an Ernährungswissenschaften ist sehr groß. Ich kann mir in diesem Gebiet sehr schnell Dinge einprägen und weitergeben.
Und ich habe mir auch schon eingestanden, dass nicht jeder Patient positiv auf die vegane Lebensweise reagieren wird. Das werde ich natürlich respektieren - aber ein Funken Hoffnung sehe ich nach wie vor.