Münster, den 30.11.2005
Sehr geehrte Damen und Herren,
Am 28.11.2005 fand im Rahmen einer feierlichen Unterzeichnung die Grundsteinlegung zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur für Ernährungsökologie an der Fachhochschule Münster statt. Eine Stiftergemeinschaft aus 12 mittelständigen Unternehmen und ver-schiedenen Stiftungen erklärten sich bereit, die finanzielle Absi-cherung der Professur für 5 Jahre zu gewährleisten.
Bei dieser Stiftergemeinschaft handelt es sich um:
Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Schweisfurth-Stiftung, EDEN-Stiftung, Apetito AG, Weiling GmbH, Niehoffs Kaffeerösterei GmbH, Davert GmbH, SuperBioMarkt AG, Tetoburger Ölmühle GmbH, Mölkerei Söbbeke GmbH & Co. KG, SV GmbH, und Ulrich Walter GmbH/Lebensbaum.
Nun muss noch in diesem Jahr eine Berufungskommission gebil-det werden, so dass die Ausschreibung zum Frühjahr 2006 erfol-gen, und die am Fachbereich der Oecotrophologie angesiedelte Professur voraussichtlich zum Wintersemester 2006/2007 besetzt werden kann.
Der AStA der FH, der Arbeitskreis Ernährungsökologie und der Fachschaftsrat des Fachbereiches Oecotrophologie formulierten bereits vor drei Jahren die Forderung einer Ausweitung des Faches Ernährungsökologie, und waren massgeblich an deren praktischen Umsetzung beteiligt.
Andreas Beier, Referent für Ökologie und Verkehr des AStA der FH Münster und Mitinitiator des Arbeitskreises Ernährungsökolo-gie, sprach am 28.11.2005 vor den Anwesenden im Namen der Studierendenschaft:
„Vor einigen Monaten fand nun bereits zum vierten Male ein Wo-chenendseminar zur Ernährungsökologie mit Karl von Koerber statt. Auch in diesem Jahr nahmen viele Studierende aus unter-schiedlichen Semestern das Angebot wahr, an einem Wochenend-seminar, welches bisher nur über ein Lehrauftrag am Fachbereich der Oecotrophologie angeboten wurde, teilzunehmen.
Das Interesse an der Thematik und der Wunsch über den bisheri-gen wissenschaftlichen Tellerrand hinaus zu blicken, zeigte sich besonders deutlich an der hohen Nachfrage, und skizziert ein deutliches Stimmungsbild der Studierendenschaft, ernährungs-ökologische Themengebiete intensiv zu betrachten, Themen wie Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit in das allgemeine Lehrange-bot zu integrieren.
Die Forderung der Studierendenschaft nach einer Ausweitung des bisherigen Lehrangebots und der Ruf nach einer Professur für Er-nährungsökologie bestand bereits nach den ersten ernährungsöko-logischen Fachvorträgen und Seminaren vor gut 3 Jahren.
Um dieser Forderung auf breiter Ebene Unterstützung zu bieten und so ein Forum für ernährungsökologische Belange zu schaffen, gründete sich im Rahmen einer studentischen Selbstorganisation im Frühjahr 2004 der Arbeitskreis Ernährungsökologie.
In Zusammenarbeit mit dem Ökologie-Referat des AStA und der Fachschaft Oecotrophologie setzte sich der Arbeitskreis Ernäh-rungsökologie intensiv für die Einrichtung und Integration einer Stiftungsprofessur für Ernährungsökologie am Fachbereich Oe-cotrophologie ein.
Eine interdisziplinäre und vor allem kontinuierliche Ausbildung der Studierenden ist notwendig, um ein ganzheitliches und zu-kunftsfähiges Ernährungs- und Lebensstilkonzept in die Gesell-schaft integrieren zu können. Ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen zeigt sich in der Weiterentwicklung realisierbarer, zukunftswei-sender Lebensstilkonzepte, sowie deren direkten und indirekten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Hierbei spielen Multipli-katoren eine Schlüsselrolle, und es eröffnen sich dadurch für die Studierenden bisher wenig genutzte bis ungenutzte Berufsfelder der Oecotrophologie.
Die Fachhochschule Münster wird somit die erste Fachhochschule deutschlandweit mit einer Professur für Ernährungsökologie sein, durch deren Einrichtung die Attraktivität für Studierende deutlich gesteigert wird.
Mit der Einrichtung eines ernährungsökologischen Kompetenz-zentrums, in dem unterschiedliche Fachdisziplinen miteinander verknüpft werden, könnte Münster zu einem Knotenpunkt für Ö-kologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit avancieren. Denn ein breites Spektrum an Wissensgebieten, fachübergreifend, för-dert eine zukunftsorientierte und globale Sichtweise ökologischer Standpunkte.
Eine Ausweitung der schon bestehenden Kooperationen mit integ-rierten und benachbarten Hochschulen, hat eine umfassende und vor allem zukunftsfähige Ausbildung der Multiplikatoren zur Fol-ge; und wäre im Kontext der Nachhaltigkeit mehr als wünschens-wert.
Ernährungsökologie als eigenständiges Fachgebiet, gestaltet sich für alle Fachbereiche als eine attraktive Spezialisierung hinsicht-lich eines ganzheitlichen und zukunftsfähigen Berufsfeldes. Auf-grund dieses interdisziplinären Ansatzes eröffnen sich deutlich bessere Berufschancen für die Absolventinnen und Absolventen.
Nach nun fast zwei Jahren ist der Tag gekommen, an dem die langersehnte Umsetzung der studentischen Forderung, der Ein-richtung einer Stiftungsprofessur für Ernährungsökologie an der Fachhochschule Münster, auf den Weg gebracht wird.
Ich danke dem Fachbereich Oecotrophologie, der Fachhochschule, sich von der Idee haben anstecken lassen, sowie den Ministerien MWF und MUNLV der alten rot-grünen Landesregierung, die uns ihr Vertrauen geschenkt, und allesamt erst eine reelle Chance der Umsetzung ermöglicht haben.
Außerdem natürlich Ihnen allen, die für die praktische Umsetzung der Forderung einstehen, und mit Ihren finanziellen und kon-struktiven Beiträgen erst die Möglichkeit eröffnen, die Stiftungs-professur langfristig in die Lehrpläne integrieren zu können.
Vielen herzlichen Dank im Namen der Studierendenschaft.“
Im Anhang finden Sie die Forderungsschreiben vom AStA der Fachhochschule, dem Arbeitskreis Ernährungsökologie 2004 und dem Fachschaftsrat des Fachbereiches Oecotrophologie.
Mit freundlichen Grüssen
Andreas Beier
Referat für Ökologie & Verkehr
im AStA der Fachhochschule Münster
AStA der FH Münster
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