Hallo Unique!
Es ist wichtig, sich solche Berichte immer differenziert anzusehen.
es gibt vom VDOE einen Bericht, der im Gegenteil zu dem vom Arbeitsamt positiv klingt (nachzulesen unter www.vdoe.de und dann Presseberichte/Pressearchiv/Berufsaussichten für Ökotrophologen). Auf meiner
Diplomfeier wurde gesagt, das rund 80% von den Absolventen in diesem Semester bereits eine Stelle hätten oder demnächst eine antreten werden.
Ich kann mir vorstellen, dass das Arbeitsamt hauptsächlich die Daten erfasst hat von den Ökotrophologen, die sich arbeitslos bzw. arbeitssuchend gemeldet haben. Zudem werden auch nicht alle offenen Stellen von den Unternehmen beim Arbeitsamt angegeben, da viele auch dadurch besetzt werden, dass man
z.B. Diplomanden übernimmt oder selbst Stellenanzeigen schaltet. Dann kommt noch hinzu, dass es auch Stellenauschreibungen gibt, die nicht direkt an Ökotrophologen gerichtet sind, diese aber dennoch auch von ihnen besetzt werden könnten (mir fällt da spontan z.B. Produktentwicklung ein, wofür meistens Lebensmitteltechnologen gesucht werden). Ausserdem gibt es viele Ökotrophologen, die sich initiativ bewerben und wenn sie dadurch
eine Stelle bekommen, wird das vom Arbeitsamt ebenfalls nicht erfasst.
Dann ist es so, dass die vom Arbeitsamt erfassten Ökotrophologen ja nicht unbedingt *frisch gebackene* Absolventen sind, sondern auch welche, die nach der Babypause wieder einsteigen wollen, welche, die aus anderen Gründen arbeitslos
geworden sind etc.
Da viele Frauen Ökotrophologen sind (und ich nehme an, viele von ihnen auch Kinder haben) erklärt sich damit auch die Bemerkung über die oft gewünschte Teilzeitanstellung im Bericht.
Dann zum Bereich Ernährungsberatung: es eigentlich ja klar, wenn man sich nur auf eine ganz bestimmte Richtung festfährt, dass man dann weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Und in der Beratung sieht es ja im Moment durch die Kürzungen im Gesundheitswesen schlecht aus. Hinzu kommt noch die Konkurrenz durch Diätassistenten, die für Ernährungsberatung die gleiche Arbeit machen und für einen Arbeitgeber natürlich günstiger sind als ein FH oder Uni-Absolvent. Meistens haben sie auch die bessere Ausbilung im Bereich Beratung.
Was eine Anstellung als Pharmaberaterin angeht, kann ich wohl persönlich nachvollziehen, dass so eine Stelle unbeliebt ist, denn ich selbst würde das auch nicht machen wollen. Aber das ist wie gesagt, meine persönliche Einstellung.
Also, lass Dich von solchen Berichten nicht entmutigen
Viele Grüsse Bine
[Bearbeitet am: 31/7/2003 von Bine]