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28.08.2006, 17:58
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #1
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Benutzer
Registriert seit: 04.04.2006
Beiträge: 57
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Großes Interesse an Oecotrophologie
Warum gibt es dieses Semester so großes Interesse an diesem Studiengang und das trotz Studiengebühren?
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28.08.2006, 23:41
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #2
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Moderator Absolvent/in Uni Gießen
Registriert seit: 27.08.2002
Ort: Universitätsstadt Gießen in der Region Mittelhessen
Beiträge: 839
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Gute Frage!
Hi,
eine Frage, die ich mir auch stelle. Als ich angefangen habe zu studieren (1994) waren wir 120 Erstis und damit einer der stärksten Jahrgänge bis dato. Dann wurde es immer weniger nach uns. Aber seit der Umstellung auf Bachelor kann sich die Uni Gießen echt nicht mehr retten vor Ökotrophologie-Willigen.
Ich gebe die Frage mal an die (potentiellen) Erstis dieses Wintersemesters weiter: Warum seid ihr so scharf auf Ökotrophologie?
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25.09.2006, 09:14
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #3
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Gast
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Hallo zusammen.
Ich kann hier zwar nur Vermutungen aufstellen, aber ich denke, dass die Tatsache, dass mehr junge Menschen Interesse an Ernährung haben, die Gesellschaft zunehmend Aufklärung und Transparenz im Ernährungsbereich (siehe "Gammelfleischskandal") fordert, und die Berufschancen in der Oecotropholgie sehr gut sind, Grund dafür ist.
Ich selber studiere nun mitlerweile bereits seit 3 Jahren OE, und habe die oben genannten Vermutungen aus Gesprächen mit unseren jüngeren Kollegen entnommen.
Mfg: Skybird
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26.09.2006, 01:00
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #4
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Benutzer
Registriert seit: 25.05.2006
Ort: Stuttgart
Beiträge: 39
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mich interessiert einfach die thematik, seit ich mir bedingt durch bodybuilding & co genauer mit der menschlichen ernährung auseinandergesetzt habe. sprich: mir geht es in erster linie um das WISSEN!
dass es auf dem arbeitsmarkt ganz gut aussieht und auch in den medien immer mehr zum thema zu sehen ist (magersucht, fleischskandale, neue eu-richtlinien,...) sowie die wachsende beliebtheit im bereich fitness/ernährungsberatung wird aber wohl bei den meisten den ausschlag gegeben haben.
warum aber gerade alle bachelor machen wollen kann ich nicht nachvollziehen. vielleicht kommen einfach nur alle nach gießen, weil man dort am einfachsten reinkommt?! mich hat jedenfalls keine andere uni genommen (schnitt 2,5)...
hat eigentlich jemand ne ahnung, warum der studiengang zu 90% oder mehr von frauen dominiert wird?
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26.09.2006, 13:02
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #5
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Gast
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Hallo elwaps,
jeder Mensch hat eine bestimmte Intention, etwas zu tun. Die Aussage, dass die meisten OE-ler magersüchtig oder übergewichtig sind, mag zwar nicht korrekt sein. Trotzdem ist bei jedem von uns unterbewusst irgendeine Veranlassung vorhanden. Bei dir war es möglicherweise tatsächlich der Wunsch nach mehr Informationen zum Thema Ernährung, bei mir ganz sicher das eigene Gewicht, dass mir meine Kindheit deutlich erschwert hat. Ich wollte wissen, warum manche so dick und andere so dünn sind, und warum ich weniger beliebt war, als die dünnen Kinder.
Aber zu deiner Frage bezüglich des Bacherlors und der Frauen: Ich denke, dass viele junge Menschen überhaupt nicht wissen, was einen Bachelor-Abschluss von einem Diplom unterscheidet, bevor sie anfangen, zu studieren. Sie haben Interesse an diesem Studiengang, haben sich möglicherweise informiert, wie die Berufschancen stehen, und immatrikulieren. Das sie aber einen Abschluss erreichen werden, der weder in der Wirtschaft noch in der Gesellschaft anerkannt ist, wird ihnen häufig erst im Laufe ihres Studiums bewusst - aber dann ist es meistens schon zu spät, um zu wechseln. Wohin denn auch, ein anderer Abschluss als der Bsc. wird heute im Bereich OE kaum noch angeboten.
Was die Frauen betrifft, so liegt die Ursache, dass es deutlich mehr Frauen im Bereich OE gibt, als Männer, darin, dass Frauen die Eigenschaft haben, viel mehr auf sich und auf ihren Körper zu achten, als Männer. In (uns) Männern steckt nach wie vor die evolutionäre Veranlagung, dass nur der ein richtiger Mann ist, der irgendwas kaputt macht, bevorzugt sich selbst. Dies ist der Grund, warum es mehr männliche Workaholics gibt, Männer häufiger Rauchen und Trinken als Frauen, sie öfter an Übergewicht leiden, häufiger Extremsport ausüben und früher sterben. Frauen haben ein viel größeres Interesse daran, zu wissen was in ihrem Körper vorgeht. Zudem haben Frauen eine erhöhtes Interesse an ihrem sozialen Umfeld, was in Kombination mit Ernährung bedeutet, dass sie ihre Nahrungsaufnahme nicht unter dem Gesichtspunkt des "Sattmachens", sondern eher unter dem der "Geselligkeit" und des "Austausches" sehen. Damit scheint mir logisch, warum wir mehr weibliche Kommilitonen haben.
Um diesen Post abzuschließen: Gießen war bis vor einigen Jahren die OE-ler Hochburg und stand für Qualität und Umfang der Ausbildung. Leider sind (meiner Erfahrung nach) die Gießener Absolventen irgendwann ziemlich überheblich geworden, und nach der Emeritierung von Herrn Leitzmann und dem Weggang von Herrn Almadfa hat das OE-Studium in Gießen deutlich an Qualität verloren. Zudem ging die Umstellung von Diplom auf Bsc. in Gießen etwas zu schnell, und war nicht gut durchdacht. Ich durfte nun einige Absolventen aus Gießen kennenlernen, die nach Abschluss ihres Studiums häufig 4 oder mehr Praktika absolviert haben, ohne Bezahlung natürlich, aber keinen Job finden konnten, weil sie zwar theoretisch sehr gut ausgebildet waren, praktisch aber keinerlei Erfahrung hatten. Nun sitzen in meinem Semester etwa 10 StudentInnen aus Gießen, die alle Ende Zwanzig sind, und hier ihr Diplom nachholen, und um etwas Praxiserfahrung zu sammeln. Nach neustem Stand hat Fulda im Bereich OE aktuell bei Arbeitgebern den besten Ruf. Ich kann das aus Gesprächen mit Alumni und Arbeitgebern aus dem Bereich bestätigen.
Aber genug geschrieben, liebe Grüsse
Skymaster
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29.09.2006, 15:01
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #6
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Student/in Uni Gießen
Registriert seit: 24.09.2005
Beiträge: 127
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Hi Skymaster!
Zum Thema Bachelor/Master v.s. Diplom gibts so dermaßen viele unterschiedlichen Meinungen... Ich glaube so pauschal kann man das nicht sagen. Im Moment kann ich mir aber durchaus vorstellen, dass sich der Bachelor noch schwer tut, weil er sich noch nicht etabliert hat. Ich denke, dass sich das aber bis in ein paar Jahren geändert haben kann. Schließlich werden fast alle Studiengänge inzwischen auf Bachelor/Master umgestellt. Dann ist die Wirtschaft quasi ja gezwungen auch solche Absolventen einzustellen. (Nebenbei ist auch die Anerkennung von Inhalten in einem Auslandsemester aufgrund der Modularisierung einfacher - was ja nicht schlecht ist.)
Klar, das seh ich auch so - man ist mit einem Bachelor nicht so umfangreich ausgebildet wie mit einem Diplom, aber schließlich gibt es hierfür den Master. Und der ist dem Diplom ja im Prinzip gleichgestellt.
Zu den Gießener Studenten, die du kennengelernt hast: Also ich kann mir nicht vorstellen, dass die überhaupt keine praktische Erfahrung hatten, schließlich gibts in Gießen auch 20 Wochen Pflichtpraktikum. Klar an einer FH steht die Praxis schon noch etwas weiter oben. Und die Studentinnen, die bei dir im Semester sitzen, haben die den Bachelor oder auch schon den Master? Denn ehrlich gesagt fände ich es sinnvoller den Master dranzuhängen und nicht das Diplom. Ok, der Master verlangt eine Mindestnote - aber ich glaube, die liegt noch im Bereich des Machbaren (ok, ich will hier nicht überheblich klingen, ich fange schließlich überhaupt erst an mit Studieren und kann das folglich noch nicht sooo gut beurteilen  ). Wenn sie wesentlich schlechter waren, dann versteh ich allerdings auch, dass sie Schwierigkeiten hatten, einen Job zu finden. Aber das ist in jedem Studiengang so.
Ok, genug jetzt 
Deine Meinung hierzu (und Meinungen von anderen natürlich auch, würden mich interessieren.  )
Liebe Grüße
Ann
Geändert von Ann (29.09.2006 um 15:04 Uhr)
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05.10.2006, 09:16
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Großes Interesse an Oecotrophologie Beitrag #7
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Gast
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Hallo zusammen.
@ Ann: Ich gebe dir natürlich recht, das sich über kurz oder lang der Bsc., resp. der Master-Abschluss auch in der Wirtschaft etablieren wird. Aber der aktuelle Stand ist nunmal ein anderer! Die StudentenInnen aus Gießen, die ich kennengelernt habe, weisen aber in der Tat mangelnde Praxiskenntnisse auf, zumindest soweit ich das beurteilen kann. Im übrigen ist Praktikum ja auch nicht gleich Praktikum. Sicher sind Absolventen einer Uni im Bereich der Forschung und Lehre denjenigen einer FH häufig überlegen. Aber ich behaupte, dass man mit Fachwissen alleine heute nichtmehr weit kommt. Viel wichtiger, und diese Erfahrung habe ich leider selbst machen müssen, sind die so genannten "Soft-Skills", wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Transferleistungen, Dynamik, Anpassungsfähigkeit und Praxisnähe. Wenn ich das, mit Verlaub, so ausdrücken darf: Fachidioten gibt es genug. Mit einem Akademiker, der zwar hochqualifiziert ausgebildet ist, sich aber am liebsten hinter dicken Büchern versteckt, Menschen mit Vorliebe als Zahlen behandelt, und sich durch miserable Konfliktbereitschaft auszeichnet, kann wohl kaum noch ein Unternehmen etwas anfangen. Und genau zu dieser Sorte Mensch gehören diejenigen Studenten, die ich kennengelernt habe. Dies trifft sicherlich nur auf einige wenige zu, und stellt in keinster Weise die Gesamtheit dar, egal von welcher Uni sie stammen, aber sie geben, denke ich, nach wie vor einen Gesamtabdruck dessen ab, was an einer Uni gelehrt und gelernt wird. Allerdings möchte ich nicht behaupten, dass Absolventen einer FH denen einer Uni über- oder unterlegen sind - sie sind einfach anders, mit anderen Stärken und anderen Schwächen. Trotzdem unterscheiden sich Uni und FH nach wie vor, und diese Unterschiede sollten den Studenten bewusst sein. Nicht mehr - nicht weniger!
Auf die Befürchtung, mir jetzt ein paar Kritiker geschaffen zu haben...
Mfg: Futurefighter
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