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20.08.2003, 10:27
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #1
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Benutzer
Registriert seit: 20.06.2003
Beiträge: 65
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Antje, das ist eben so. Da unsere Wissenschaft das alltägliche menschliche Verhalten beschreiben will (was tun wir öfter am tag als essen und trinken), wird man unweigerlich mit den Erfahrungen, der Kultivierung und dem Mythos vom Essen und Konsumieren konfrontiert. Diese Auseinandersetzung wird ein Molekularbiologe weitaus weniger haben. Und genau da beginnt für mich der gegenseitige Respekt: ich muss es nicht verstehen (aber kann es evtl.), wenn jemand seinen Kult über die Wissenschaft stellt. Es ist doch sein gutes Recht. Und mal ehrlich: die Ernährungsmedizin steht noch auf sehr wackeligen Füssen und kann Ursache und Wirkung manchmal nicht auseinanderhalten (das wird deutlich in der Wortwahl "Faktoren": man resigniert aufgrund einer unüberschaubaren anzahl von Einflussfaktoren, und damit begnügt sich oft der "Wissenschaftler").
Empirie ist gut, aber wenn der Bezugsrahmen nicht stimmt, nützen auch die besten Faktorladungen nichts, und so wird leider der Mensch als Maschine gesehen, wo man vorne was rein tut und hinten was anderes herauskommt. Ein Mensch kann sich entwickeln, aus einem VW Käfer wird niemals ein BMW.
Bestes Beispiel: Durchfall. Die Ursache kann die Nahrung sein (Pflaumen, Rizinus...), es kann sich aber auch um einen "Angsthasen" handeln, der sich vor einer Prüfung just am Morgen, an dem er Pflaumen aß, tierisch fürchtete. Verschwimmt da nicht die Ursache? Parasympathikos und Sympath. haben ne menge mitzureden, das weiss implizit jeder von uns.
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20.08.2003, 10:52
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #2
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Benutzer
Registriert seit: 18.08.2003
Beiträge: 53
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Allerdings fängt das das Problem an, wenn man es akzeptiert, daß jemand seinen Kult über den der Wissenschaft stellt.
Ich habe es gerade in einem anderen Forum. Da geht es wieder mal um das Thema Milch und Milchprodukte.
Da fragte eine Frau oder ein Mädchen, ob es besser ist, Vollmilch oder fettarme Milch zu trinken, wegen des Calciumgehaltes.
Schaut man sich in Nährwerttabellen um, sind zwischen beiden keine Unterschiede hinsichtlich des Calciumgehaltes zu finden. Also empfiehlt Antje, wenn man auf den fettgehalt achten muß, auf Grund von Kalorien, eher die fettarme zu wählen, denn Calcium ist in beiden ja gleich enthalten.
Dann melden sich plötzlich gelernte Gesundheitsberater, die dem Mädel den Kopf waschen wollen. Sagen, daß die milch keinen WErt hat, das Kalcium nicht verwertet werden kann, und es doch besser ist Karottensaft zu trinken...
Und diese Diskussionen tauchen, immer und immer wieder auf. Man widerlegt sie einmal, man widerlegt sie zweimal aber irgendwann hast Du es satt und läßt sie reden. Dann kommen nur Bemerkungen, daß die Milch ein rein kommerzielles Produkt ist, und sie deshalb als so gesund angepriesen wird, weil man sie ja schließlich verkaufen will. Die nährstoffe die enthalten sind, sind nicht mehr brauchbar, auf Grund der Verarbeitung usw. ...
Ja, ist denn all das erlernte Wissen verkehrt? Woher nehmen die ihr Wissen?
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20.08.2003, 11:13
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #3
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Benutzer
Registriert seit: 20.06.2003
Beiträge: 65
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Ja, solche Diskussionen kenne ich auch. Deinen Satz "irgendwann hast du es satt..." find ich gut, denn dann geht es doch wirklich nur noch darum, GRäfe Unzer, das LM-Lexikon oder oder runterzubeten.
Es gibt nunmal Menschen, die lesen eine Studie und bilden sich daraus ihre Theorie (das ist ein sozialwiss. Phänomen und sagt aus, dass der Mensch geneigt ist, das zu glauben, was in sein Konzept passt, das übrige überhört er - und schützt sich dadurch).
Also, warum am eigenen Wissen zweifeln???
Und die Milch: die Massai leben doch fast ausschliesslich von Joghurt/Milch. Und Milch ist eben ein Ca-Spender, neben dem guten Leitungswasser.
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20.08.2003, 11:39
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #4
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 20.08.2003
Beiträge: 5
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Hallo,
ich denke nach meiner Berufserfahrung als Diätass. und Oec.troph das es kaum umstrittenere Gebiete als die Medizin/Ernährung und Diätetik gibt.
Man kann soviel Begründen man muss nur eine wissenschaftl. Studie finden. In kaum einen anderen Fachbereich tummeln sich auch so viele "Experten" wie im Bereich Ernährung und der Begriff Ernährungsberater ist in der Form auch nicht geschützt so das sich viele Fehlinformationen in der Bevölkerung um so schneller verbreiten.
Ich denke das es da sehr wichtig ist selber seine Linie zu finden die man für sich und vor den Patienten/Team/Kunden mit guten Gewissen vertreten kann und deren Basis wissenschaftlichen Daten aus seriösen Quellen sein sollten.
Die Diskussionen ob nun Butter oder Margarine, ob Fett fett macht oder Kohlenhydrate, ob Milch ungesund ist usw. wird man damit sicherlich nicht abstellen können aber man sollte sich auch darauf besinnnen wer diese Informationen bei solchen "Experten" sucht, denn oft tut - z.b. wie im Bereich Adipositas- die Erkenntnis weh das man nur seine Ernährung ändern soll und das Pulver, Obstessig mit Hoing, Fruchtzucker und all die andren Tricks nicht wirken sondern das man selber an sich arbeiten muss.
Ich habe oft gerade im Bereich der selbst. Ernährungsberatung die Erfahrung gemacht das Kunden lieber zum "Ernährungsberater" der 20 € die Std. als zum Fachkraft (z.b. Diätas.) der als Selbsst. 40 - 60 € nehmen aber eine seriöse Beratung bietet...
Zusammenfassend denke ich das das Wissen in Studium und Ausbildung auf jeden Fall die Basis sein sollte auf die man sich beruft.Alles andere sollte man kennen ist aber als äußerst kritisch und teilweise als
gesundheitgefährdend zu bewerten.
Gruß aus Köln
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20.08.2003, 11:47
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #5
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Benutzer
Registriert seit: 18.08.2003
Beiträge: 53
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Ja da gebe ich euch beiden recht.
@ Dirk
Nur manchmal ist es schwer, bei seinem Wissen zu bleiben, obwohl man weiß, daß es richtig ist. Ich habe immer das Gefühl, wenn ich aufhöre mit diskutieren, weils ja eigentlich doch nichts bringt, daß die denken, die haben mich "rumgekriegt" und freuen sich heimlich. Aber wahrscheinlich muß ich noch lernen lockerer damit umzugehen.
@ Daniel
Und genau das ist es, was mich so ärgert. Man studiert und studiert. Macht eine Zusatzausbildung nach der anderen, und dann kommt so ein "Ernährungsberater" daher, der vielleicht 2 Wochen lang einen Kurs belegt hat und macht einem die ganze Areit zu nichte.
Mich wundert es, daß bei den Schwierigkeiten, die im Moment im gesundheitswesen auftreten, auf Grund der Zivilisationskrankheiten, die größten Teils ernährungsbedingt sind, der Begriff immer noch nicht geschützt ist. Das trägt doch immer und immer mehr zur Verwirrung bei. Jeder hans Franz darf was zum Thema sagen, Siehe oben Milch Thema....
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20.08.2003, 14:17
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #6
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 20.08.2003
Beiträge: 5
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Ja das ist wirklich nicht so doll aber irgendwann kommen auch die Patienten dahinter das der Hinz und Kunz nicht das bieten können was ein Fachkraft bieten kann!
Und die Krankekassen zahlen ja auch nur Ernährungsber. wenn sie von einem DA oder Oec.troph durchgeführt wird.
Zur Zeit tobt ein Verteilungs- und Umstrukturierungskampf auf dem Gesundheitsmarkt und im Bereich Ernährung mischen neben den Da's und Oec.trophs noch die Apotheker,Ärtze,Pflege,Köche,Diätköche,Gesundheits berater,Helpraktiker....mit!
Das einzige was man da tun kann ist sich weiterzubilden und seriös zu bleiben und sich nicht tot disktutieren. Wenn jemand nichts von Dir hören will dann bringt es nichts ihn zu überzegen, dann ist er eben schon beraten und du bist dann gut beraten Deine Energie für andere Dinge , z.B. Kunden die es wirklich nötig haben - zu sparen....und davon gibt es ja Gott sei Dank auch welche!! :-)
Grüße aus Köln
Daniel
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20.08.2003, 14:22
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #7
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Benutzer
Registriert seit: 18.08.2003
Beiträge: 53
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@ Daniel
Du scheinst ja schon etwas Erfahrung in der Beratung zu haben... oder täusche ich mich da?
Wie gehst Du denn damit um, wenn
ein Klient zu Dir sagt, das weiß ich aber besser, denn das ist so? Wie reagiert man dann in so einer Situation, wenn derjenige direkt vor einem sitzt?
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21.08.2003, 12:09
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Geht es euch auch manchmal so? Beitrag #8
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 20.08.2003
Beiträge: 5
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ja, das ist wirklich etwas schwierig. je nach klienten reagiere ich da unterschiedlich.
in der regel findet man in diesen falschaussagen immer ein wenig
wahrheit. im beratungsgespräch verusche ich nun diese wahren aussagen der patienten zu untersreichen und die falschaussagen gar nicht zu beachten. und daruf die beratung aufzubauen.
so was lernt man aber mit der zeit und kann es auch durch weiterbildungen erlernen. diskussion und überzeugen nach dem motto " ich habe recht da ich die wissenschaftl. beweise habe" bringen meiner meinung nach nichts. im gegenteil da werden die positionen nur verhärtet...
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