So haben wir es in der Ernährungslehre gelernt.
Fruktosemalabsorption
Definition:
- Aufnahmestörung von Fruktose im Dünndarm
- Häufigkeit: 30 % der europäischen Bevölkerung
- Abgrenzung zur Fruktoseintoleranz (bei der handelt es sich um einen Enzymdefekt)
Ursachen:
- Defekt des GLUT 5 Transporters, dieser transportiert Fruktose und fördert die Resorption von Fruktose im Dünndarm
- Defekt kann angeboren oder erworben sein
- nicht resorbierte Fruktose gelangt in den Dickdarm, wird dort von den Bakterien verstoffwechselt zu Wasserstoff, Kohlendioxid und kurzkettigen Fettsäuren und führt damit zu Fehlgärungen
Symptome:
- Wässrige Durchfälle, Schmerzen im Unterleib, Bauchkrämpfe, Blähungen, dazu unspezifische Symptome, wie Schwindel, Übelkeit, Völlegefühl, Erschöpfung, Antriebsschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen
- abhängig von bestimmten Einflussfaktoren: Art und Menge der Darmbakterien, Höhe der Absorptionskapazität, Menge der verzehrten Fruktose, Anteil an Sorbit (soll man vermeiden, da es die Fruktoseaufnahme hemmt) und Glukose (fördert wiederum die Fruktoseaufnahme)
Folgen:
- bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms
- Laktose-, Fruktose- und Histaminunverträglichkeit kombiniert mit Reizdarmsyndrom
- Gefahr eines Nährstoffmangels
- Depressionen: Ursache ist Mangel an Serotonin, führt zu Heißhunger auf Süßes
Diagnostik:
- Methode: H2- Atemtest
- Fruktosebelastung (30-50 g Fruktose gelöst in 400 ml Wasser)
- Messung des H2 in der Atemluft in halbstündigen Abständen innerhalb von mind. 2 h
- Messung des Methangehaltes in der Atemluft
- Wenn H2- Gehalt um mehr als 20 ppm über dem Basiswert liegt, hat man eine manifestierte Fruktosemalabsorption
Therapie:
- Ziel: Beschwerdefreiheit durch Reduzierung der aufgenommen Fruktose auf eine individuell verträgliche Menge
- 1)Karenzphase: Ernährung möglichst fruktose- und sorbitarm für ca. 2-4 Wochen, Verzicht auf fruktosehaltige Lebensmittel, Zuckeralkohole, Fruktane
- 2)Testphase: Ermittlung der individuellen Fruktosetoleranzgrenze
- 3)Dauertherapie (nach Shepard und Gibson): vermeiden von Lebensmitteln, die mehr Fruktose als Glukose enthalten: also sind Äpfel, Birnen, Mango und Honig untersagt ebenso wie Quellen von Fruktanen, also Zwiebeln, Lauch, Weizen
- Empfehlung: Verzehr von Lebensmitteln, bei denen Glukose und Fruktose im Gleichgewicht sind oder die mehr Glukose als Fruktose enthalten: erlaubt sind also Beerenfrüchte, Zitrusfrüchte, Banane, Kiwi, Ananas
- gleichzeitig sollte man freie Glukose mit fruktosehaltigen Lebensmitteln (Traubenzucker) aufnehmen
- allerdings alles individuell auf den Patienten ausgerichtet, da unterschiedliche Verträglichkeiten
soweit ich weiß ist die Krankheit nicht heilbar nur therapierbar mit der richtigen Ernährung.
LG