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27.08.2003, 19:25
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Ernährungsfachleute können helfen Beitrag #17
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 20.02.2003
Ort: Ein Nordlicht in München
Beiträge: 184
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Hallo Ihr Lieben!
Ich möchte einmal an etwas anknüpfen, was Dirk ziemlich zu Anfang diese Forums geäußert hat. Er fragte uns – oder auch sich – ob man als Berater/ Therapeut nicht eigentlich erst „auf die Selbstwahrnehmung und Verhaltensmuster der Patienten eingehen und diese verstehen kann, wenn man selbst weiss, wovon man da spricht?“
Diesen Punkt finde ich sehr interessant, deshalb möchte ich ihn einmal herausstellen - und vor allem zur Diskussion stellen!
Darum frage ich mich bzw. Euch: Wann weiß man denn wirklich, wovon man spricht? Kann man sich in seine Patienten/ Klienten möglicherweise erst „richtig“ hineinversetzen und sie verstehen, wenn man genau ihr Schicksal, ihre Erkrankung, ihre (psychische) Störung durchgemacht hat? Sind Betroffene oder „Ehemalige“ etwa die besseren Berater/ Therapeuten?
Sicherlich ist es richtig, daß man einen anderen Mensch eher versteht und sich besser in ihn hineinfühlen kann, wenn man das Gleiche oder zumindest ähnliches erlebt hat. Aber das würde ja bedeuten, daß z.B. ein Psychotherapeut erst einmal jede psychische Störung selber durchgemacht haben muß, um seine Patienten angemessen therapieren zu können... Oder ein Diabetesberater könnte seine Patienten nur „richtig“ schulen, wenn er selbst betroffen ist, also an einen Diabetes leidet. Denn erst dann weiß er ja, was es wirklich heißt, mit so einer chronischen Erkrankung leben zu müssen...
Und um auf die Eßstörungen zurückzukommen... In diesem Fall würde es bedeuten, daß ehemals Eßgestörte vielleicht eine besonders gute Hilfe und Unterstützung bei der Überwindung dieser Krankheit bieten könnten!? Denn nur jemand der selber an/ unter dieser Erkrankung gelitten hat, weiß genau, wie „es“ sich anfühlt... Nur ein (Ex-) Betroffener kann z.B. die verzerrte Selbstwahrnehmung wirklich nachvollziehen...
Oder können wir doch auch „richtig“ beraten bzw, therapieren, ohne diese „Selbsterfahrung(en)“? Reicht da nicht eigentlich das (Fach-) Wissen aus der Ausbildung/ dem Studium/ der Literatur und anderen Quellen?
Was meint Ihr dazu? Ich bin gespannt! 
Liebe Grüße von Anja
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28.08.2003, 18:18
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Ernährungsfachleute können helfen Beitrag #18
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 10.10.2002
Beiträge: 24
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Hallo, alle zusammen!
Richtig - es kann nicht sein, daß wir nur dann rihtig beraten können, wenn wir das selbst erlebt haben. Im Studium fehlt die psychologische Seite oftmals - da hilft dann nur eigenes Engagement: lesen von Fachartikeln/-Büchern und viele Seminare zu diesem Thema besuchen (werden über VDOE u.a. angeboten - schaut auch mal im Internet die Sites vom Zentrum für Essstörungen/Frankfurt etc an, dort werden Weiterbildungen angeboten). Manchmal ist es sogar besser, wenn man nicht "zu nah am Geschehen" ist! Mit einer gewissen Distanz sieht man oft klarer und kann mit dem/der Betroffenen bessere Lösungsansätze erarbeiten.
Viele Grüße von Christina
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31.08.2003, 14:30
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Ernährungsfachleute können helfen Beitrag #19
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 9
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Also, da stimme ich ChrOstmann zu!!
Betroffene können nicht besser beraten und helfen. Meiner Erfahrung nach reagieren sogenannnte "Fachleute" und vor allem ehemals Betroffene, manchmal viel zu heftig wenn der Verdacht besteht. Zugegeben von Ernährungsberatern kann ich jetzt nicht sprechen und ich bin auch nur einer Person begegnet, die ehemals betroffen war. Diese hat mir aus jedem Ereigniss ein Strick gedreht. Z.B.: Eine Cola, die man halt mal auf dem Zimmer stehen hat, ist ein eindeutiger Beweis, dass man absichtlich kotzt.
Und es kann nÃ*cht sein, dass es hilft, wenn man öffentlich beschuldigt wird mit Sätzen, wie: "Ich weiss das du Magersüchtig bist, keine Wiederrede" oder "Ich weiss dass du dich jedesmal nach dem Essen absichtlich übergibst. Glaub mir das ist so!!!"
Ne' wildfremde Person weiss nicht was ich esse, wann ich essen, wie oft ich esse und ob ich mich übergebe oder nicht. Und da ist es scheissegal ob diese Person mal Esstörungenn hatte oder nicht.
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06.09.2003, 05:48
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Ernährungsfachleute können helfen Beitrag #20
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Benutzer
Registriert seit: 20.06.2003
Beiträge: 65
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An dieser Stelle sei ein Zitat eingefügt von Eric Berne aus seinem Buch "Was sagen Sie, nachdem Sie Guten Tag gesagt haben?", 18. Aufl., 2002, S. 246 (ich finde, es passt ganz gut hier hin):
"Die Nie-Skripts werden durch Tantalus repräsentiert, der, Nahrung und Wasser vor Augen, für alle Ewigkeit Hunger und Durst leiden musste und niemals wieder weder essen noch trinken durfte. Menschen mit derartigen Skripts wird von ihren Eltern verboten, gerade die Dinge zu tun, die sie am liebsten tun möchten. So verbringen sie ihr Leben damit, Tantalusqualen zu leiden und ständig irgendwelchen Versuchungen ausgesetzt zu sein. Sie beugen sich dem elterlichen Fluch, denn das Kindheits-Ich in ihnen fürchtet sich gerade vor den Dingen, die sie am liebsten tun möchten, und damit verurteilen sie sich im Grunde genommen selbst zu den Qualen, die sie ständig erleiden."
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07.09.2003, 14:44
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Ernährungsfachleute können helfen Beitrag #21
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 07.09.2003
Beiträge: 3
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Hallo @alle,
ich habe mich mal durch all die Antworten gelesen und möchte gerne auch mal ein paar Worte loswerden!
Psychologie und Ernährungsberatung:
Es ist zwar schon eine Weile her, dass ich die Uni besucht habe, aber einige von uns sind zusätzlich in ein paar Kurse der Psychos gegangen, um dort unseren Wissensstand zu verbessern und dies dann in unsere spätere Beratung mit einzubringen.
Ich denke, dass dies nicht nur an der Uni Gießen möglich ist. Es bringt einem schon etwas, wenn man gezielte Vorlesungen heraussucht und man muß nicht den kompletten Bereich abdecken oder auch Scheine schreiben.
Das Wissen sollte dabei im Vordergrund stehen, das man sich dabei aneignet. Und ich denke, daß jeder in der Lage sein sollte das erlernte Wissen in die Beratungspraxis mit einzubringen.
Und so möchte ich auch ChrOstermann beipflichten, dass man nicht jede Krankheit selber erfahren haben muß, um die richtige Beratung durchzuführen. Ich denke und handle auch seit Jahren selber so, daß das eigene Wissen, der Abstand zu den Geschehnissen und das eigene im Laufe der Berufsjahre entstandene Fingerspitzengefühl ausreicht, um eine qualitativ hochwertige Beratung zu gewährleisten. Was nutzen mir die ganzen auswendig gelernten Theorien, wenn ich die nicht umsetzen kann?
Ich muß allerdings auch anführen, dass teilweise ein offenes Ohr für den Klienten mich in der Beratung weitergebracht hat als das theoretische Wissen aus der Uni.
Wir müssen in der Beratung einfach noch mehr auf die Klienten eingehen und dies ist ganz besonders bei den Personen der Fall, die Probleme mit Ihrem Essverhalten und Ihrer Person im Allgemeinen haben.
Gruß Ernaehrung24
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