Die Nachteile liegen auf der Hand: Man kann sich nicht ohne weiteres auf eine Diätassistentinnenstelle bewerben, ohne dass irgendjemand denkt, man könne nur theoretisch, aber nicht praktisch arbeiten. (Meist sind das die Ernährungsberatungs-Stellen). Das ist jedoch ein Vorurteil, weil es ja ein Vorpraktikum und Praxissemester gibt. Viele haben vorher auch schon eine Lehre als Hauswirtschafterin absolviert. Also ist es ein richtig extremes Vorurteil. Wenn man nicht in die Lebensmittelindustrie, ins Marketing oder Qualitätsmanagement gehen will, wird man schnell arbeitslose Akademikerin. Theoretisch kann man aber auch gut eigene Pläne verwirklichen, wenn man sich traut.
Da ich vorher eine Lehre als Hauswirtschafterin hatte, kenne ich den Unterschied. Bei einer Lehre bekommt man vorgefertigte Lösungen für verschiedene Probleme mitgeliefert, die man dann nur nachplappern muss. Bei einem Studium ist selbstständiges erarbeiten von Informationen gefragt. Man bekommt nur die Aufgabenstellung vorgegeben, mit dem Rest wird man allein gelassen. Ich behaupte mal, dass ein Studium erwachsener macht, auch wenn man nicht in die Forschung gehen möchte. Informationen selbst zu recherchieren und zu bewerten, kann wichtig sein. Nachteil einer Lehre als Diätassistentin ist wohl, dass man oft nur als billige Arbeitskraft (in der Küche) missbraucht wird und kaum Ernährungsberatung macht. Das machen oft Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung. Von daher sitzen die Ökotrophologen und Diätassistentinnen, die hauptsächlich Beratungen machen wollten, eigentlich im gleichen Boot. Sie werden als Ernährung- Fachkräfte kaum ernst genommen.
Oder stimmt das nicht? Ich erwarte Eure Meinung.