Artgerecht meint wohl den Zustand, als der Mensch noch nicht in der lage war, Getreide zu verarbeiten. Unter diesem Aspekt ist denn auch nur logisch, das Getreide zu "verbannen". Oder glaubt etwa jemand im ernst, dass der mensch vor 50 000 Jahren von steinharten Getreidekörnern gelebt hat? Wohl kaum. Vorstellbar ist viel mehr, dass Vogeleier Hauptlieferant in der Eiweissversorgung waren. Nicht umsonst ist das Eieiweiss ein oft gebrauchter Referenzwert.
Wir waren nunmal Sammler, Jäger und Pflücker. So greifen wir heute noch nach den reifen Kirschen hoch im Baum. Ob aber das Knabbern an Salatblättern zu unserer Nahrung zählte, ist schon durch reine Vorstellungskraft fragwürdig.
Viel entscheidender ist für mich die Frage, was heute vertragen wird und was eher unverträglich ist. Dem Menschen stehen heute viel mehr Nahrungsquellen zur Verfügung, und er nutzt sie auch. Anscheinend können wir mit vielem von dem "etwas anfangen". Die Frage ist also: Müssen wir uns artgerecht ernähren, oder nicht eher Lebensstil-gerecht?