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11.04.2006, 14:47
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #1
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Gast
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig!
Hi,
ich hab da mal ne ganz grundsätzliche Frage, die mir diejenigen unter Euch, die bereits studieren, wahrscheinlich am besten beantworten können:
Hat die Ökotrophologie überhaupt etwas mit gesunder Ernährung zu tun??
Das ist nämlich mein Hauptinteressensgebiet und eigentlich dachte ich, dass Ökotrophologie da ganz gut passt.
Je mehr ich mich jedoch informiere, bekomme ich Zweifel. In Münster beispielsweise mischen sie aus diversen Süss- und Aromastoffen Gummibärchen zusammen. Unter anderem natürlich. Aber ich will doch keine Lebensmittelchemie studieren!
Vielleicht liegts ja auch an den Schwerpunkten, die die Hochschulen erforschen...? Also, wo, könntet ihr sagen, gehts mehr in Richtung Ernährung in Bezug auf den Menschen, wo werden ökologische Aspekte nicht außer Acht gelassen? Wo wird das Thema evtl. ganzheitlicher betrachtet?
Würd mich sehr freuen, wenn sich jemand etwas Zeit nehmen könnte.
Gruß, Gesine
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12.04.2006, 17:36
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #2
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Moderator Absolvent/in Uni Gießen
Registriert seit: 27.08.2002
Ort: Universitätsstadt Gießen in der Region Mittelhessen
Beiträge: 839
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(gesunde) Ernährung
Hallo,
zu Deiner ersten Frage: Ökotrophologie ist die Wissenschaft (logos) von Haushalt (oikos) und Ernährung (trophe). Per se geht es also nicht primär um die gesunde Ernährung, sondern darum, überhaupt zu erforschen, wie Ernährung funktioniert und wie man diese beeinflussen kann. Gesund ist hier auch umstritten. Was z. B. strenge Vollwertköstler als gesund ansehen, lässt andere sich mit Grausen abwenden :-)
Zur zweiten Frage: Vor allem dank des Engagements der Eden-Stiftung sowie der hinter ihr stehenden Personen gibt es jedoch an deutschsprachigen Hochschulen mehr oder weniger starke Fachgebiete für Ernährungsökologie, deren Lehre man sich in den Stundenplan einbauen kann. Der Stiftungsprofessur an der Uni Gießen (wo eine studentische Initiative für die Einrichtung kämpfte) folgte das Fach Ernährungsökologie an der TU München mit einem Lehrbeauftragten und 2005 die Professur für "Nachhaltige Ernährung / Ernährungsökologie" an der FH Münster. Alle weiteren Initiativen kannst Du http://www.ernaehrungsoekologie.de/ entnehmen.
War das eine Hilfe? Hofft
Geändert von mh (12.04.2006 um 17:40 Uhr)
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20.04.2006, 16:27
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #3
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 20.04.2006
Beiträge: 2
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Mir gehts genauso...
Hey! Ich bin grad echt froh, dass ich deinen Eintrag gefunden habe, mir geht es im Moment nämlich genauso wie dir. Ich interessiere mich auch für die gesunde Ernährung des Menschen, habe auch schon an der FH Münster nachgeschaut und auch Bedenken bekommen. Irgendwie finde ich überall nur Chemie, Mathe usw., aber nicht wirklich Ernährung. Hast du schon was neues herausgefunden? Immerhin weiß ich, dass ich später nicht im Labor stehen will und mich auf die Chemie von Lebensmitteln beziehen möchte, sondern darauf, wie ich Menschen gesunde und richtige Ernährung "beibringen" kann..... .
Meld dich vielleicht doch mal.
Liebe Grüße, Anna
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20.04.2006, 21:20
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #4
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 20.04.2006
Beiträge: 2
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Hallo!
Ich fürchte um Mathe und Chemie werdet ihr nicht herumkommen. Das gehört zum Studium dazu wenn ihr Ökotorphologie studieren wollt. (Wie bei vielen anderen Fachrichtungen auch, wenn's sich um ein naturwissenschaftliches Studium handelt.) Aber wenn ihr die ersten Semester geschafft habt, wird's besser. Also. Nur Mut. Augen zu und durch.  Gruß Cari
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21.04.2006, 07:44
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #5
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Student/in FH Münster
Registriert seit: 23.09.2005
Ort: Münster
Beiträge: 66
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Ich finde es gar nicht so verkehrt zu wissen, wie sich die einzelnen Lebensmittel zusammensetzen. Dafür braucht man natürlich auch Chemie, um zu wissen, was sich so mit den Molekülen im Körper abspielt und um auch zu wissen was sich dann unter Bezeichnungen wie Omega-3-Fettsäuren verbirgt.
Das Grundstudium ist sehr auf die Naturwissenschaften ausgelegt, um eine Grundlage für alle zu schaffen. Im Hauptstudium hat man dann ja die Möglichkeit sich auf ein Gebiet (z.B. Ernährung des Menschen) zu spezialisieren!
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21.04.2006, 15:17
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #6
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Moderator Absolvent/in Uni Gießen
Registriert seit: 27.08.2002
Ort: Universitätsstadt Gießen in der Region Mittelhessen
Beiträge: 839
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Richtig und falsch
Servus,
jetzt muss ich nochmal meinen Senf zu diesem Thread geben. Stellt Euch mal vor, ein Ingenieur will nur Autos bauen und hat keinen Bock auf Physik. Das würde keiner verstehen, oder?
Selbstverständlich braucht man als ÖkotrophologIn Chemie und Mathe. Das allerbanalste Beispiel: wenn Du Menschen gesunde und richtige Ernährung "beibringen" willst, musst Du a) wissen, was in Lebensmitteln drin ist, um beurteilen zu können ob sie gesund sind oder nicht (Chemie) und b) rechnen können, um beispielsweise einen Diätplan auf Basis einer Kalorienmenge zu erstellen (Mathe).
Ein Studium legt immer Grundlagen, um etwas wirklich verstehen zu können. Wer darauf keinen Bock hat, kann sich ja gerne bei einer Akademie für ganzheitliche Lebens- und Heilweisen zum Gesundheitsberater ausbilden lassen (ich will damit so eine Ausbildung gar nicht (ab)werten). Ein Studium dürfte mit so einer Einstellung definitiv die falsche Entscheidung sein. Wer bei den Grundlagen die Augen zu macht, wird später Probleme bekommen.
Und noch was: Chemie hat gerne negative Konnotationen. Anna, Du bist aus Chemie! Jeder Öko-Salat ist Chemie: Wasserstoff, Cellulose und Chlorophyll ist Chemie!
Und ein letztes Wort: Was ist denn bitteschön die "richtige" Ernährung? Ich glaube, wenn das alle wissen würden, wäre die Welt eine andere...
Genug polemische Beiträge für heute,
Gruß,
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24.04.2006, 19:02
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #7
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Moderator Absolvent/in Uni Gießen
Registriert seit: 27.08.2002
Ort: Universitätsstadt Gießen in der Region Mittelhessen
Beiträge: 839
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Veranstaltungshinweis
Hallo,
"Komplexität erkennen - Zukunft gestalten. Ernährungsökologie als integrativer Ansatz für Wissenschaft und Praxis". Unter diesem Motto steht die 7. Werner-Kollath-Tagung, die am 9. Mai 2006 an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Alte UB, Bismarckstraße 34) stattfindet.
Wen's interessiert, werft doch mal einen Blick in den den oecotrophologie.de-Kalender
Versöhnlicher Gruß,
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24.04.2006, 22:33
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Begriffsklärung Ökotrophologie nötig! Beitrag #8
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Gast
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danke!
Hey, Ihr macht Euch ja richtig Gedanken. Das find ich echt toll.
Gerade Deine Tipps, Manuel, haben mir schon ein wenig weitergeholfen.
Und es geht mir hier ja auch nicht darum, die Ökotrophologie oder irgendeinen Studienort schlechtzureden.
Ich sehe da auch durchaus viel Sinn drin, sich mit den ganzen Naturwissenschaften auseinanderzusetzen, auch wenns erstmal schwerfällt. Die bilden schließlich die Grundlage, schon klar. Das steht ja gar nicht zur Debatte.
Was steht denn eigentlich zur Debatte?
Ich persönlich will einfach nur herausfinden, was ich mal machen will. Und da ich jetzt keine Lust darauf habe, irgendwann mitten im Studium zu merken, mist, das war es ja doch nicht, informier ich mich schonmal so gut wie möglich.
Und vielleicht bin ich bei der Ökotrophologie ja tatsächlich falsch... ich werds herausfinden.
Ich danke Euch jedenfalls sehr, dass Ihr Euch hier so engagiert beteiligt habt.
Gesine
Und was ne wirklich gute Frage ist: Was ist denn eigentlich die richtige Ernährung? Die zu beantworten ist glaube ich wirklich niemand imstande. Aber ich wage zu bezweifeln, dass, selbst wenn jemand eine Antwort darauf fände, ihm die Menschheit in Scharen folgen würde.
Denn die schmeckt vielleicht nicht ganz so "gut" wie bunte Smarties, und sie ist auch nicht so gut zu vermarkten.
Wer beißt denn schon gerne in den sauren Apfel??
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